Armprothesen

Passive Armprothesen (Habitus-Prothese)

 

Passive Armprothesen dienen hauptsächlich dem Vervollkommnen des äußeren Erscheinungsbildes. Ästhetik steht hier im Vordergrund, gleichwohl passive Armprothesen nicht funktionslos. Ist das Wiederherstellen des Körpers als Ganzes die Hautfunktion, so sind das Vorbeugen von Fehlhaltungen und die psychologische Ausgeglichenheit nicht zu vernachlässigen. Im Vergleich zur myoelektrisch gesteuerten Versorgung sind Habitusprothesen optisch in Form und Umfang ziemlich exakt der verlorenen Gliedmaße nachempfunden. Eine individuelle Form der Hand und die individuelle Färbung der Haut sind durch Silikontechnik sehr gut nachempfindbar. Das Gewicht dieser Prothesen ist viel geringer als eine myoelektrische Prothese.

 

 

Myoelektrisch gesteuerte Prothese

 

Werden passive Prothesen vorwiegen zum Ausgleich des äußeren Erscheinungsbildes getragen so haben myoelektrisch gesteuerte Prothesen die Funktionen Gegenstände aktiv zugreifen, festzuhalten und wieder loszulassen. Durch Kontraktionen der Restmuskulatur im Stumpf entstehenden aufgrund biomechanischer Vorgänge elektrischen Spannungen, die von den meist 2 Elektroden aufgenommen, verstärkt und als Steuersignale zum Öffnen und Schließen oder einwärts und auswärts drehen der Prothesenhand weitergeleitet werden. Die Versorgung mit einer myoelektrisch gesteuerten Prothese ist mittlerweile der Standard. Unterschiedliche Handsysteme ermöglichen verschiedenste Greiff-Funktionen. Die Standart-Hand der Firma Otto Bock ermöglicht mit nur einem Griffmuster eine sehr hohe und schnelle Griffkraft bei der ausschließlich Daumen und die beiden gegenüberliegenden Finger die Greiff-Funktion ausüben. Andere Systeme wie „i-Limb Quantum“-, „bebionic“-, „Vincent Evolutions“- und die wasserfeste „TASKA“-Hand sind multiartikulierend, d,h.  jeder Finger bewegt sich einzeln. Dadurch sind zum Teil bis zu 36 Griffmuster möglich. Im Vergleich zur passiven Prothese hat die myoelektisch gesteuerte Prothese ein recht hohes Gewicht. Die Auswahl der „richtigen“ Hand ist durch die Möglichkeit von Vergleichstests in unserem Haus möglich.

 

Bei der Herstellung von Armprothesen hat sich in unserer Firma die additive Fertigung durchgesetzt. Durch den Einsatz von Scanner und spezieller 3D-Software ist es uns möglich, das Erscheinungsbild enorm zu verbessern sowie auf spezielle Designwünsche einzugehen. Vor allem bei myoelektrisch gesteuerten Prothese, mit sehr langen Armstümpfen kann eine optimale Positionierung der Myo-Komponenten erreicht werden.